Thema und Form des nächsten Hohensteiner Jugendforums 2.0

Betreff
Thema und Form des nächsten Hohensteiner Jugendforums 2.0
Vorlage
GVER/018/2016
Art
Beschlussvorlage Gemeindevertretung

 

Entwurf Thema – Durchführung

 

Hohensteiner Jugendforum 2.0 –

Was hat der Ortsbeirat mit mir zu tun?

„Auf praktisch allen gesetzlichen Ebenen finden sich Ansatzpunkte, wenn nicht gar verpflichtende Bestimmungen, die dem Grundgedanken der Partizipation von Kindern und Jugendlichen Rechnung tragen. Partizipation ist juristisch betrachtet nicht nur möglich, sondern sie ist sogar geboten. [Hervorhebung BHT]“.[1]

 

Mit Beschluss der Gemeindevertretung vom 04. Februar 2013 hat die Gemeindevertretung mit dem Konzept zum „Hohensteiner Jugendforum 2.0“ den Weg für eine projektorientierte, non-formale politische Jugendbeteiligung in Hohenstein frei gemacht. Jährlich soll ein Hohensteiner  Jugendforum 2.0 stattfinden. Im letzten Jahr wurde dieses Vorhaben durch den Beschluss des Forums wiederum bekräftigt; auch in 2016 soll ein Forum stattfinden.

 

Mittlerweile fanden drei Foren statt, die unmittelbare Begegnungen von politischen Entscheidungsträgern mit Jugendlichen ermöglichten. Diese waren durchweg spannend. Im Diskurs entwickelten sich wertvolle Gedankengänge. Auch über die Grenzen Hohensteins hinaus, erlangte das Jugendforum Aufmerksamkeit.  Unbenommen: Diese Art politische Jugendbeteiligung bleibt nach wie vor ein mutiges und damit innovatives Unterfangen. Gleichwohl entwickelt sich eine politische Beteiligungskultur, die jenseits von Parteipolitik funktioniert, sie aber inspiriert und demokratisiert.

 

Echte Partizipation (Beteiligung) ist grundsätzlich ergebnisoffen und entsteht bestenfalls von „unten nach oben“, heißt, die Initiative und vor allem Vorgabe der für Jugendliche relevanten Thematiken geht möglichst von den Jugendlichen selbst aus, was mit der Konzeption immer erreicht werden konnte. Dazu verlangt zumindest das SGB VIII Kinder- und Jugendhilfegesetz ausdrücklich, Jugendlichen Wege der Mitbestimmung zu eröffnen, außerdem – um noch einmal darauf hinzuweisen – die Hessische Gemeindeordnung mit § 4c Beteiligung von Kindern und Jugendlichen:

„Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu soll die Gemeinde über die in diesem Gesetz vorgesehene Beteiligung der Einwohner hinaus geeignete Verfahren entwickeln und durchführen.“

2013 luden die sieben Hohensteiner Jugendclubs politisch Verantwortliche und interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu ein, auf einer Art Messe („JuClu“) ihre Jugendclubs kennenzulernen. Im Jahr 2014 begegnete Politik und Jugend einander mittels eines „World Café“ und diskutierten zu vorher erarbeiteten Thesen. Zuletzt nun, 2015, wählte man wiederum eine andere Form der politischen Jugendbeteiligung. Die Veranstaltung titelte „Politik zeigt Flagge für Jugendliche“. Jugendliche entwickelten am Veranstaltungstag mittels einer „Fragenfabrik“ Fragen, um sie anschließend mit den gemeindlichen Politikern zu diskutieren. Die Qualität dieser Diskussion und das Spektrum der aufgeworfenen Thematiken waren beeindruckend. Wie könnte das Forum in diesem Jahr funktionieren?

Bei der Auswertung des letzten Forums ließ sich u. a. feststellen, dass lediglich drei Ortsteile durch Jugendliche vertreten waren. Das hat verschiedene Gründe, die erörtert wurden, hier aber nicht ausführlich dargelegt werden können. Einig war man sich abschließend, dass im Jahr 2016 möglichst aus allen Ortsteilen Jugendliche erreicht werden sollen. Das kann man durch lebensweltnahe Jugendbeteiligung erreichen. Ganz einfach betrachtet, findet lebensweltorientierte Jugendbeteiligung im Wohnumfeld, im eigenen Wohnort statt. Sinnvoll wäre es also, in allen Ortsteilen eine Begegnungen Jugendlicher mit politisch Verantwortlichen zu ermöglichen. Dafür spricht, dass ohnehin aufgrund eines Beschlusses des Jugendforums in 2014 in jedem Ortsbeitrat ein Jugendbeauftragter zu benennen ist, was in Hohenstein auch nach der Kommunalwahl 2016 realisiert wurde. (Die Idee einer fortlaufend zu denkenden Jugendbeteiligung ist übrigens mit dieser Vorgehensweise bereits sehr schön verankert.)

 

Als Oberziel sieht das Konzept des Hohensteiner Jugendforums 2.0 aus dem Jahr 2013 vor, dass es einmal im Jahr ein öffentliches Forum geben soll. Möglichst viele Hohensteiner Jugendliche sollen Ihre Fragen formulieren und diese mit politischen Entscheidungsträgern diskutieren können. Die Begegnungen sollen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Themen äußern zu können. Sie sollen auf „Augenhöhe“ erfolgen. Die Jugendlichen wünschen sich einen fairen Umgang miteinander. Alle sollen konstruktiv zusammenarbeiten. Die Ergebnisse sollen in die Entscheidungsfindung der politischen Gremien einfließen.

 

In diesem Jahr könnte im Verlauf des Jahres in jedem Ortsteil eine Begegnung der Jugendlichen mit den Ortsbeiräten stattfinden. Nach einer Vorstellungsrunde könnte man sich über Themen verständigen und sich darüber austauschen. Abschließend würde das Treffen gemeinsam ausgewertet und weitere Schritte vereinbart. 

 

Ziel hier ist, Gelegenheiten der Begegnungen Jugendlicher (14 – 21 Jahre) mit politisch Verantwortlichen in den Ortsbeiräten zu ermöglichen. Sie lernen hier die Mitglieder und die Aufgabenstellungen eines Ortsbeirates kennen. Hierdurch soll ein Impuls für ein mögliches Fortlaufendes Interesse an der Mitgestaltung im Ortsteil gesetzt werden. Der Jugendbeauftragte ist damit der Ansprechpartner und derjenige, der mögliche Jugendbeteiligung bei für Jugendliche relevanten Themen in den Blick nimmt.

 

Der Ablauf dieses Forums soll so gestaltet sein, dass in jedem Ortsteil extra zu diesem Zweck eine außerordentliche Sitzung des Ortsbeirates stattfindet. Im Anschluss an alle sieben Treffen findet ein gemeinsames, ortsteilübergreifendes Plenum statt, bei dem die Erfahrungen ausgetauscht und abschließende Ergebnisse formuliert werden.

Erfahrungsgemäß mögen Jugendliche lieber offene, projektorientierte Formen der politischen Jugendbeteiligung, keine für sie eher langweilige formalen Strukturen. Sie wollen Sinn und Zweck unmittelbar erleben, das motiviert. Allein dass sie einbezogen und ernst genommen werden in ihren altersgemäßen Bedürfnissen, so sollte man meinen, ist ein respektvoller und damit motivierender Akt. Deswegen ist auf jeden Fall eine „lockere“ und „offene Atmosphäre“ ohne vorgegebene Themen sinnvoll. Es soll sich um eine im Vorfeld themen- und ergebnisoffene Gesprächsrunde handeln.

 

Die Jugendlichen müssen als Experten und Expertinnen ihrer Lebenswelt ernst genommen werden. In der Vor- und Nachbereitung muss es ein unterstützendes Bindeglied zur Gemeinde geben, was die Jugend- und Seniorenreferentin leistet. Ansonsten sind alle auf dem beiliegenden Papier aufgeführten Kriterien maßgebend (Siehe Anlage: Service für Kinder- und Jugendbeteiligung (o.D.): „Kriterien für Beteiligungsprojekte; Dornbirn (A)).

 

Das Projekt wird durch  Öffentlichkeitsarbeit über die Presse und Social Media begleitet.

 

In den Gremien wird über den Verlauf und das Ergebnis berichtet.

 

Die Projektleitung und Moderation der Treffen übernimmt die Jugend- und Seniorenreferentin. Bei den Vorbereitungen wie auch in der Auswertung sollen Jugendliche eingebunden werden.

 

Der Titel des diesjährigen Forums könnte sein:

4. Hohensteiner Jugendforum 2.0 – 2016

Was hat der Ortsbeirat mit mir zu tun?

 

Gemäß Beschluss des Sozialausschusses vom 05.07.2016 soll die Gemeindevertretung am 19.09.2016 hierüber beschließen.

 

Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeindevorstand, den Entwurf zum Thema und die Form der Durchführung des nächsten Hohensteiner Jugendforums 2.0 zu beschließen und der Gemeindevertretung am 19. September 2016 zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen. Mit den vorbereitenden weiteren Maßnahmen, wie z. B. der Bildung einer Arbeitsgruppe, soll nach der Beschlussfassung im September unter der Leitung der Jugend- und Seniorenreferentin begonnen werden.

 



[1]Stange, W./Zastrow, Ch. (ohne Jahr): Rechtliche Grundlagen der Partizipation, in: Die Beteiligungsbausteine des Deutschen Kinderhilfswerkes; URL: http://www.kinderpolitik.de/bausteine/71; 08.03.2016

Qualitätskriterien Kinder- und Jugendbeteiligung

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Hohenstein beschließt das Thema und die Form der Durchführung des nächsten Hohensteiner Jugendforums 2.0 in der vorgelegten Form. Mit den vorbereitenden weiteren Maßnahmen, wie z. B. der Bildung einer Arbeitsgruppe, soll nach der Beschlussfassung unter der Leitung der Jugend- und Seniorenreferentin begonnen werden.

 

13.07.2016

Gemeindevorstand

 

Der Gemeindevorstand der Gemeinde Hohenstein stimmt der Vorlage A2/006/2016 (Hohensteiner Jugendforum 2.0) in der vorgelegten  Form zu.

 

einstimmig beschlossen

 

 

 

 

 

05.07.2016

Sozialausschuss

 

Der Sozialausschuss beschließt, dass in der Sitzung der Gemeindevertretung am 19.09.2016, vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeindevorstandes, die Durchführung des vorliegenden Konzeptes des Jugendforums 2.0 „Was hat der Ortsbeirat mit mir zu tun?“ zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

 

einstimmig beschlossen

 

 

 

13.09.2016

Sozialausschuss

Wird mündlich vorgetragen

 

 

 

14.09.2016

Haupt- und Finanzausschuss

 

Wird mündlich vorgetragen